
Unsere Brandenburgliga-Männer stecken in einer schwierigen Phase. In der Rückrunde sind sie noch ohne Sieg, sind so aus den Top 10 gerutscht und gefährlich nahe dran am vorletzten Platz, der eventuell noch den Abstieg bedeuten kann.
Vor dem Spiel am Samstag (15 Uhr, Wüstemarker Weg) gegen Germania Schöneiche spricht unser Trainer Thorsten Beck über die aktuelle Situation.
Du hast nach dem 1:4 gegen Ahrensfelde zum ersten Mal auch öffentlich deutliche Worte gefunden. Was war an dieser Niederlage anders?
Mich hat vor allem die Art und Weise gestört, wie wir nach dem 1:1 den Faden verloren haben. Bis dahin war das Spiel offen, danach haben wir in Sachen Ordnung, Kommunikation und Widerstandsfähigkeit nicht das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Genau deshalb waren diesmal deutlichere Worte nötig. Gegentore und Rückstände können passieren, aber die Reaktion darauf muss im Abstiegskampf eine andere sein.
Wie erklärst Du Dir den Einbruch nach dem 1:1? Zumal Ihr gegen Stahl Brandenburg und beim Ludwigsfelder FC eine tolle Moral gezeigt und in der Nachspielzeit noch das 1:1 gemacht habt.
Das ist im Moment genau unser Thema. In manchen Spielen ziehen wir aus schwierigen Situationen Energie, gegen Ahrensfelde hat uns der Ausgleich eher Stabilität genommen. Dann kommen Zweifel auf, die Wege werden länger und unsere Spielprinzipien gehen verloren. Ein Stück weit ist das natürlich auch eine Frage von Rhythmus, von gemeinsamen Abläufen und davon, wie viel Selbstverständnis man sich Woche für Woche in den Trainingseinheiten holt. Wenn diese Regelmäßigkeit nicht durchgängig da ist, ist es nur logisch, dass wir in Druckmomenten auf dem Platz schneller abbauen. Genau deshalb ist diese Woche mit den Gesprächen und der Selbstreflexion so wichtig.
Nach einer starken Hinrunde seid Ihr in der Rückrunde noch ohne Sieg. Was sind aus deiner Sicht die Gründe?
Man darf bei aller Kritik nicht vergessen, mit welchem Ziel wir in die Saison gegangen sind. Unser klares Ziel war von Anfang an der Klassenerhalt. Dass wir trotz der aktuellen Phase, trotz vieler Verletzungen und der angespannten Kadersituation noch über dem Strich stehen, zeigt, dass wir uns in der Hinrunde ein Fundament erarbeitet haben. Natürlich ist die Serie aktuell unbefriedigend, aber sie ist eben auch die Folge davon, dass sich innerhalb einer Mannschaft Rollen verändern. Spieler, die in der Hinrunde oder in den vergangenen Jahren viel Verantwortung übernommen haben, sind aktuell nicht in derselben Form, und dadurch müssen andere stärker Verantwortung übernehmen. Genau dieser Prozess braucht manchmal Zeit. Wenn wir unter diesen Voraussetzungen die Klasse halten, ist das für mich fast höher einzuschätzen als ein Aufstieg in einer komfortableren Situation.
Was muss sich gegen Schöneiche ändern?
Wir müssen wieder kompromisslos unsere Spielprinzipien in der Präsenz, Kommunikation, Zweikampfhärte und Klarheit durchziehen. Gerade in schwierigen Phasen geht es darum, dass neue bzw. andere Spieler in diese Verantwortung hineinwachsen und das auf dem Platz sichtbar machen. Führung entsteht nicht nur durch Worte, sondern durch Verhalten, durch Präsenz und durch die Bereitschaft, in solchen schwierigen Spielen voranzugehen. Genau das brauchen wir jetzt.
Was macht Dir Hoffnung für das Spiel gegen Schöneiche?
Zum einen natürlich die Art, wie die Mannschaft diese Woche mit der Situation umgegangen ist. Da war viel Ehrlichkeit und ein gutes Maß an Selbstreflexion dabei. Zum anderen spürt man im Umfeld, dass die Menschen weiter hinter uns stehen. Gerade unsere Zuschauer, die seit Jahren nach Miersdorf kommen, ehemalige Spieler, Familien und Vereinsangehörige, geben der Mannschaft Rückhalt. Für die Jungs ist es wichtig zu spüren, dass auch dann, wenn es auf dem Platz mal schwierig wird, dieser Rückhalt da bleibt. Genau das kann in so einer Phase ein wichtiger Faktor sein.
Foto: SIMONE KRUPPE
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